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Wer macht alles richtig und kann dennoch nicht abnehmen? Teil 2
Vom 21.07.2026 | veröffentlicht von Christiane von love me cakes

Jeder hat seinen ganz eigenen Grund seine Ernährung auf Low Carb umzustellen. Sei es ein hübscher Körper, sei es die Gesundheit. Ich muss zugeben, dass meine Beweggründe Low Carb zu versuchen zunächst ganz eitler Natur waren. Ich trieb Sport, sah jedoch nie ein Ergebnis. Später sollte sich Low Carb sogar als meine allerbeste Waffe gegen grundlose Gewichtszunahme und sogar Depressionen erweisen.

 Ich möchte meine Geschichte gerne mit Euch teilen, denn seit meinem ersten Post zum Thema „Wer macht alles richtig und kann dennoch nicht abnehmen“ steht mein Telefon nicht mehr still :-) Vielleicht erkennt sich der eine oder andere wieder in meiner Geschichte und kann sich etwas Mut oder ein paar Ratschläge mitnehmen.

 

Vorweg noch einmal: Ich bin keine Ärztin, lediglich jemand, der sich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat.

Aber lest bitte selbst:

2001 wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert. Eine Autoimmunkrankheit, bei der der Körper die Schilddrüse nicht mehr als körpereigen erkennt und sie daher zerstört.

Heute liest man sehr oft über Hashimoto. 2001 musste ich Hausärzten noch oft erläutern was das überhaupt bedeutet. Die Journalistin, Vanessa Blumhagen, hat die Krankheit im letzten Jahr sehr bekannt gemacht. Ich kann ihr Buch übrigens wärmstens empfehlen.

Vielleicht gibt es hier ja den einen oder anderen, der die Krankheit mit mir teilt, oder vielleicht an einer Unterfunktion der Schilddrüse leidet. Anscheinend werden es immer mehr. Viele von Euch denken jetzt:“Mein Arzt sagt, meine Werte seien super!“

Das habe ich auch oft gehört. Mittlerweile, nach Jahren der eigenen Studien, kann ich Euch mit Sicherheit sagen, dass viele Ärzte hier leider kaum Ahnung haben. Hormone sind eine sehr komplizierte Sache, die ganz fein aufeinander abgestimmt unseren Stoffwechsel beherrschen! Sie können uns zu selbstbewussten Gewinnertypen machen, oder zu weinerlichen Menschen, die grundlos ständig an sich zweifeln. Ich war beides.

Wer alles richtig macht und dennoch nicht abnehmen kann, sollte folgende Werte bei einem kompetenten Endokrinologen bestimmen lassen:

TSH: sollte unter 2 sein (bei Hashimoto unter 1)

fT4: sollte mittig sein

fT3: sollte im oberen Drittel sein!!!!!!!

Gerade heute hielt ich die Blutwerte meines Vaters in der Hand. Der fT3 Wert wurde nicht einmal ermittelt. Das ist katastrophal, denn dieser Wert ist für den Stoffwechsel extrem wichtig.

Bitte lasst Euch hier nicht von den Ärzten abspeisen. Ich habe mittlerweile mit vielen von Euch telefoniert. 2/3 sagten mir, dass sich ihr Arzt weigere den fT3 Wert zu bestimmen. Das verstehe der liebe Gott, ich kann es nicht nachvollziehen.Wenn ein Arzt sagt, dieser Wert sei nicht wichtig, dann wisst Ihr, dass Ihr den Arzt wechseln solltet.

Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass viele Ärzte damit zufrieden sind, wenn die Werte irgendwo im Referenzbereich liegen. Dass ich mich mit mittleren Werten hundeelend fühlte und immer mehr zunahm, bildete ich mir laut eines Endokrinologen nur ein.

Wenn Euch Hashimoto oder eine Unterfunktion diagnostiziert wird und Euer Arzt Euch Hormone verschreibt, solltet Ihr unbedingt genau beobachten, wie es Euch damit geht. Höchstwahrscheinlich wird Euch L-Thyroxin verschrieben. So weit, so gut. Nun geht es Euch vielleicht immer noch schlecht. Ihr geht zurück zum Arzt und schildert Eure Lage und immer wieder hört man, dass man sich alles nur einbilde, denn die Werte lägen ja schließlich im Bereich.

Ich möchte gerne mit Euch teilen, wie es mir erging.

Das ist meine ganz persönliche Geschichte. Sie aufzuschreiben, fällt mir schwer, denn wieder durchlebe ich die Odyssee. Ich habe lange mit mir gehadert, aber, wenn sie nur einem hier helfen kann, macht mich das sehr glücklich und dieser Eintrag hat sich gelohnt:

2001 begann ich L-Thyroxin zu nehmen. Mir ging es soweit ok. Ich war 22, lebte zum ersten Mal in einer eigenen Wohnung mit meiner Freundin, Anne. Das Leben war herrlich. Wir haben viel Unfug getrieben, aber das sollte man auch, solange man jung ist.

Mit 25 bekam ich plötzlich aus dem Nichts meine erste Panikattacke. Ich stand am Flughafen in Washington und alles begann sich zu drehen. Diesem Zustand ging nichts voraus. Mein Herz raste, ich war schweißüberströmt. So schnell diese Attacke gekommen war, so schnell verschwand sie. Leider sollten diese Attacken mich seit diesem Tag noch lange verfolgen.

Seit Washington war ich oft gesehener Gast in der Notaufnahme. Das schlimmste war, dass ich den Ärzten dort sagte, dass ich an der Schilddrüse erkrankt bin. Immer wieder hörte ich, dass ich mir mehr Aufmerksamkeit wünsche und daher diese Attacken meinen Mitmenschen nur vorspiele. Nur, wer das selbst erlebt hat, kann nachvollziehen, wie erniedrigend diese Situationen waren. Zuerst denkt man, sein letztes Stündchen hat geschlagen, dann wird man angeklagt, man erzähle nur Unfug.

Ich kann mich an eine weitere Situation erinnern: Ich befand mich auf dem Weg zur Vorlesung. Mir ging es gut an jenem Morgen. In der Straßenbahn stieg plötzlich mein Puls. Mir wurde warm, gleichzeitig hätte ich am liebsten die Menschen um mich herum um ihre Jacken angefleht. Der Puls schlug immer höher, der ganze Körper war nasskalt, plötzlich kribbelten die Beine, dann die Arme, dann schließten sich meine Ohren – Angst, Panik! Zwei Stationen bevor ich hätte aussteigen müssen, rannte ich aus der Bahn, in ein Taxi und fuhr zu meinen Eltern. Dort angekommen nahm ich mir eine Decke, legte sie mir über den Kopf und begann zu weinen. Dieses Leben war nicht mehr lebenswert. Ich hatte panische Angst das Haus zu verlassen. Zum Arzt konnte ich nicht, denn der meinte, ich bildete mir alles nur ein. In der Küche hörte ich, wie meine Mutter ebenfalls weinte. Jetzt, wo ich zwei Neffen und eine Nichte habe, begreife ich erst, wie sehr man mit den Kindern, die man liebt, mitleidet. Mir kommen ja fast schon die Tränen, wenn meine kleine Nichte sich den Kopf anstößt...

 

So verbrachte ich mit meinen „eingebildeten“ Symptomen eher schlecht als recht meine 20er. Rückblickend macht mich das rasend. Die 20er sollte jeder genießen. Das ist die schönste Zeit im Leben!

 2010 kam der absolute Tiefpunkt.

Mein damaliger Freund beschloss, dass er mich nicht mehr liebte, und beendete unsere Beziehung. Binnen 3 Wochen, in denen mein Körper jegliche Nahrung ausbrach, wog ich 42 Kg bei einer Größe von 1,64 cm und konnte nicht mehr ohne die Hilfe meiner Eltern existieren – und das, als 31jährige Frau. Ich wollte essen, ich wollte die Nahrung in meinem Körper behalten, aber es war so, als versuchte mein Körper sich selbst umzubringen. Aus dieser Zeit gibt es keine Bilder, aber meine Freunde und Familie erinnern sich nur mit Schaudern an 2010. Es war nicht einfach Liebeskummer, es war heftiger, viel schlimmer als alles, was ich je gespürt hatte. Ich wusste, dass etwas mit mir passiert war, dass ich nun richtig krank war. Ich ging zu Endokrinologen, berichtete von meinem Zustand. Mein Blut wurde gecheckt...alles in der Norm (Oh wie ich diese Aussage mittlerweile hasse). Mittlerweile weiß ich, dass mein Blutbild katastrophal war. Ich sprach die Ärzte daraufhin an, dass es doch nicht normal sei, wegen einer Trennung dermaßen körperlich zu leiden. Ich bekam zur Antwort, dass ich auch wohl die Aufmerksamkeit genieße, die mir jetzt zukam. Noch so ein Schlag ins Gesicht.

 Als ich fast unter 40 Kg wog, wurden mir Antidepressiva verabreicht. Leider hatte ich keine Ahnung, was mir in diesem Moment angetan wurde. Meine Nerven im ganzen Körper drehten komplett durch. Ich litt plötzlich unter dem restless legs Syndrom. Meine Pupillen waren ständig riesig wie bei einer Wahnsinnigen. Diese Tabletten halfen nicht, im Gegenteil: es ging mir noch schlechter. Jedoch nahm ich plötzlich zu. Endlich, nur hörte es plötzlich nicht mehr auf. Ich trieb Sport, trank nur noch Eiweißshakes, teilweise aß ich nichts mehr und nahm zu. Es war fürchterlich! Wann würde dieses Leiden endlich aufhören? Mittlerweile von meinen Brüdern liebevoll als Ärztehopperin bezeichnet, suchte ich überall Rat: Neurologen, Endokrinologen, Nuklearmedizinern, Heilpraktikern, niemand konnte mir helfen. Ich wog mittlerweile 62 Kg. Jetzt werdet Ihr Euch denken, dass das doch kein schlechtes Gewicht sei. Jedoch müsst Ihr bedenken, dass ich normalerweise 52 Kg wiege und dass ich ca. 2,5 h Sport am Tag trieb und unter 1000 kcal am Tag aß. Eine Gewichtszunahme von 22 Kg mit Low Carb und täglichen Sport binnen von 2 Monaten kann nicht normal sein.

Im Januar 2012 beschloss ich all mein Geld zusammenzukratzen und zu Dr. Strunz nach Roth zu gehen. Mit ca. 23 las ich sein Buch „Forever Young – Die neue Diät“. Ich befolgte alle Ratschläge und es ging mir super – trotz Hashimoto. Durch ihn wurde ich zur absoluten Verfechterin von ketogenen Essen. Er hatte mit seinen Büchern immer sehr zu mir gesprochen. Wenn ich es mir recht überlege, hat er unwissentlich den Grundstein für diesen Shop gelegt :-)

Was unterscheidet Dr. Strunz jedoch von anderen Ärzten?

Dr. Strunz schert sich nicht um Referenzwerte, oder ob die gar in der Norm liegen. Wenn es dem Patienten schlecht geht, sind die Werte eben nicht ok. So hat er es mir selbst gesagt. Was Dr. Strunz auch noch anders macht: Er testet Hormone und Aminosäuren. Er erklärte mir, dass es 8 essentielle Aminosäuren im menschlichen Körper gäbe. Ist eine nur ein wenig geschwächt, lebt der Mensch auf Sparflamme. Bei mir waren 6 von 8 nicht vorhanden...aber dazu später.

Ich erzählte Dr. Strunz, dass ich 2010 Antidepressiva genommen hatte und seitdem unaufhörlich zunahm. Hier wurde ich schon unterbrochen:“Warum nahmen Sie denn Antidepressiva???“, fragte der Doktor mich erstaunt. „Ach, wissen Sie, mein Freund machte Schluss, ich musste mich daraufhin ständig erbrechen, wog nur noch 42 Kg, ich konnte nicht einmal mehr alleine gehen.“ In diesem Moment dachte ich, ich hätte etwas falsches gesagt, denn Dr. Strunz' Miene verfinsterte sich, als er sagte:“Wenn eine junge Frau nach einer Trennung 2 Wochen weint und tobt, dann ist das in Ordnung, wenn eine junge Frau jedoch auf das Gewicht eines Grundschülers abmagert, alleine nicht mehr existieren kann und viele Jahre keinen Ausweg aus Ihren Depressionen findet, dann hat sie eine Stoffwechselkrankheit, um die sich ein Arzt zu kümmern hat!“ Bis heute sage ich: Recht hatten Sie, Herr Dr. Strunz!

Ich sagte ihm, dass ich seit Jahren Hashimoto hätte, aber meine Werte in der Norm seien. Seinen Blick werde ich nie vergessen. Ich getraute mich gerade noch zu erwähnen, dass meine Periode schon über ein Jahr lang ausgesetzt hatte. In Würzburg und Mannheim beglückwünschten mich einige Endokrinologen dafür...."Die Periode ist doch lästig." Ja, das stimmt, jedoch ist sie auch eine Versicherung gegen Eierstockkrebs.

 Heute weiß ich sooo viel über Hormone, Ernährung und wie alles zusammenkommt. Eine Schande, dass mir die Ärzte nicht helfen konnten. Eine Schande, dass mir gesagt wurde, ich bilde mir alles nur ein, eine Schande, dem Patienten zu sagen, er wolle leiden der Aufmerksamkeit wegen!

Die Blutwerte, die Dr. Strunz analysierte waren katastrophal. Es kam heraus, dass ich unter einer Konversionsstörung litt. Das bedeutet, dass das Schilddrüsenpräparat, das ich einnahm von meinem Körper nicht in das stoffwechselaktive T3 umgewandelt wurde. Wie oben erwähnt kann man ohne genügend T3 nicht abnehmen, aber es ging noch weiter: Die Antidepresiva hatten mein gesamtes Testosteron vernichtet. Wir Frauen haben 1/15 im Vergleich zu den Männern, aber dieses bisschen ist sehr wichtig. Endlich begriff ich warum Sport bei mir nicht anschlug. Wer kein Testosteron im Blut hat, kann sich zu Tode trainieren. Er wird jedoch ohne Muskeln sterben. Hier muss ich noch einmal erwähnen, dass mir 3 Wochen vorher von einem Endokrinologen in Würzburg zu meinem super Blutbild gratuliert wurde.

Noch schlimmer waren meine Aminosäuren. Ganz weit unten Tryptophan. Tryptophan ist die Vorstufe von 5htp. 5htp wird zu Serotonin umgewandelt, unseren Glücksgefühlen. Wer kein Tryptophan im Blut hat, kann sich an nichts erfreuen. Tryptophan ist übrigens ein Eiweißbaustein und sinkt in Stesssituationen – wie Panikattacken oder dem Ende einer Beziehung...

Ich hatte noch viele weitere Defizite, wie Vitamin D oder Zink. Nachdem ich diese Defizite,v.a. Tryptophan ausgeglichen hatte, war ich ein neuer Mensch. Frei und glücklich. Ich konnte wieder abnehmen.

Mir ging es super. 55 Kg bei 1,64 cm sind toll! Aber das beste, was man nicht mit Geld bezahlen kann: Ich hatte meine Lebensfreude wieder. Jeder, der jemals die Freude am Leben verloren hatte, weiß dass sie das allerwichtigste auf der Welt ist. Jedem, der traurig ist und hier

mitliest, möchte ich Mut zusprechen, denn Ihr müsst nicht so leben.

Diesen Blogeintrag möchte ich Herrn Dr. Ulrich Strunz widmen, der sich nicht an Referenzbereiche klammert, wenn es uns schlecht geht, der die Wichtigkeit von Aminosäuren kennt und sogar uns Frauen eine gesunde Portion Testosteron nicht verwehren möchte!

Lieber Herr Dr. Strunz, bitte machen Sie noch viele Jahre weiter! Mich haben Sie definitiv gerettet!

 

 

 

 
 
 
 
 

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